Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

(Pseudo)Latein in Fantasy

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Alys II.
    hat ein Thema erstellt (Pseudo)Latein in Fantasy

    (Pseudo)Latein in Fantasy

    Latein oder Pseudolatein scheint mir in Fantasy ziemlich üblich zu sein - jedenfalls habe ich immer den Eindruck, dass es in solchen Welten vor Magistern und Adepten und Scholaren nur so wimmelt, Zaubersprüche sind gerne lateinische Verballhornungen, und überhaupt ist Latein die Sprache der Magie.

    In Urban Fantasy Werken wie der Peter-Grant-Saga habe ich damit keine Probleme, weil das ja in einem irdischen Setting spielt und damit Latein wirklich existiert in dieser Welt.
    Aber in rein fantastischen Welten sträubt sich in mir immer alles, wenn Latein als "Fachsprache der Magie" benutzt wird. Geht Euch das auch so? Ich habe oft den Eindruck, ziemlich alleine zu sein mit meiner Einstellung.

  • SaKi
    kommentierte s Antwort
    Ankh Ja, das ist eh klar. Um eine Parodie schreiben und verstehen zu können, muss man wissen, was da parodiert wird. Aber bei solchen Parodien finde ich beispielsweise Verballhornungen von Bezeichnungen etc. in Ordnung. Ich mach so was auch. Mit Namen zum Beispiel. Da fände ich es auch in Ordnung, in Harry Potter Parodien noch pseudorisierteres Pseudo-Latein zu nutzen oder in irgendwelchen an die japanische Kultur angelehnten Geschichten Bezeichnungen zu pseudorisieren. Aber in ernstgemeinten Werken fällt es mir schwer, etwas zu akzeptieren, das per se nicht richtig ist – wenn ich es erkenne

  • Ankh
    kommentierte s Antwort
    SaKi ich finde, gerade bei Parodien muss man ein sehr gutes Verständnis vom Ausgangsstoff haben, damit die was taugen. Man kann nur Dinge durch den Kakao ziehen, die man auch wirklich verstanden hat, sonst macht man sich höchstens selbst lächerlich.

  • SaKi
    kommentierte s Antwort
    Kris Das ist ja gruselig, da krieg ich gleich Gänsehaut Kitsen ... nee danke Und ja, genau, ich denke, dass es vielleicht wirklich nur Leute nervt, die sich ein bisschen mit der einen oder anderen Sache beschäftigen. Vielleicht so ganz allgemein: Wenn man sich ein bisschen mit einer Sache beschäftigt hat (nicht nur zwangsläufig Sprache, sondern auch Themen etc.), dann fallen einem Ungereimtheiten bzw. Pseudo-Sachen auf und dann kann man nicht drüber hinwegsehen. Das einzige, wo ich das dulde und sogar gut finde, sind Parodien. Aber ernstgemeinte Werke .... hm, die haben schon einen schwereren Stand. Wenn es nicht charmant gemacht ist, find ich's blöd.

  • Kris
    kommentierte s Antwort
    Geht mir genauso. Leider gibt es immer häufiger Pseudojapanisch... es soll auch nicht spezifisch Japanisch sein, oder wird nicht so benannt, aber man merkt, dass es nach Japanisch klingen soll und dann stört es mich enorm, wenn es dann nicht richtig passt / grobe Schnitzer drin sind. Das ging mir neulich so, als ich Brandon Sanderson's Starsight gelesen habe, mit dem Volk der Kitsen (ein Fuchsvolk), eine Anlehnung an japanische Kultur, Geschichte, Mythologie, aber aus meiner Sicht eben nur pseudo.

    Wenn jemand sich also richtig mit Latein und der Römerzeit befasst hat, kann ich mir schon vorstellen, dass denjenigen auch Pseudolatein und nicht ganz passende Anspielungen auf die Kultur nerven.

  • Kris
    kommentierte s Antwort
    Alys II.
    Ich empfehle dir das Buch von Robin Hobb wärmstens (jedenfalls in Englischer Sprache), im Original heißt es Assasin's Apprentice und auf Englisch ist das keineswegs Pseudolatinisierung, sondern ein ganz normaler Titel. Der Übersetzer wollte wohl nah am Originaltitel bleiben oder die Alliteration nachbauen. In der deutschen Sprache kommt dieser Titel so allerdings etwas gestelzt rüber.

  • Lia Roger
    kommentierte s Antwort
    Lyriksoldatin Laut einem Internetforum ein Zitat von Hassan-i Sabbah. Die englische Wikiseite über ihn sagt, dass ihm im Buch "Condensed Chaos" von Phil Hine (scheinbar ein Buch über Chaosmagie und Okkultismus, muss also nicht historisch genau sein) dieses Zitat zugeschrieben wird. Im Roman "Cities of the Red Night" von William S. Burroughs kam er scheinbar auch mit dem Zitat vor.
    Also nach der Kurzrecherche hab ich meine Zweifel. Leider. Ich mochte das Zitat.

  • Lyriksoldatin
    kommentierte s Antwort
    Okay, ist das Zitat dann tatsächlich ein historisches Zitat von den Assasinen oder woanders her? Ich kenne es nicht. Vielleicht schau ich mal in den Thesaurus Linguae Latinae.

  • Julestrel
    antwortet
    Bei Fantasy, die in unserer Welt spielt (egal ob Urban Fantasy, historisch oder was auch immer) kann ich eigentlich nichts dagegen sagen. Und selbst bei Fantasy in eigenen Welten, stört es mich nicht direkt, wenn (Pseudo-)Latein verwendet wird (vielleicht, weil ich kein Latein kann und es für mich eh nur unverständliches Kauderwelsch ist ), aber es bleibt ein bisschen das Gefühl von … hm … Faulheit beim Weltenbau. Deswegen würde ich es vermutlich nicht machen bzw. das Latein so weit abändern, dass es wenigstens nicht mehr offensichtlich Latein ist.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Alys II.
    kommentierte s Antwort
    Ja, genau das. Dieses krampfhaft auf schlau machen nevt mich auch - egal, ob es jetzt Wurzeln in Latein oder einer anderen Sprache liegen.

  • Lia Roger
    kommentierte s Antwort
    Lyriksoldatin Der Teil, den ich verstehe, ist, dass es schönes Latein ist. Ich freu mich jetzt einfach mal.
    Ist aber immerhin auch wirklich ein Zitat soweit ich weiß. ^^

  • Lyriksoldatin
    antwortet
    Mich stört Pseudo-Latein auch nicht, solange man es als Pseudo-Latein erkennen kann. Manchmal finde ich es sogar schön, dass Latein wenigstens in der Buchwelt noch so populär ist und genutzt wird. Obwohl ich da natürlich befangen bin und durch mein Studium persönliche Motive mitbringe, Latein zu erhalten. Aber z.B. wie es Rowling macht, finde ich das irgendwie ganz hübsch. Weil man, wie Ankh sagt, ja ein bisschen was versteht. Amortentia ... da weiß man, dass es etwas mit Liebe zu tun hat. Manche von Rowlings Kreationen sind wirklich hübsch, finde ich.

    Aber ich finde, man sollte auch ein Händchen für die Verwendung haben. Zum Beispiel lese ich bei Fanfictions immer wieder lateinische Titel und das sind dann meistens von Google übersetzte Phrasen, die oft grammatikalisch richtig falsch sind. Und dann auch noch mit deutschem Untertitel, was sie eigentlich bedeuten sollten. Sowas finde ich dann einfach unpassend, weil wenn man schon Latein benutzt, sollte man ein bisschen dazu recherchieren.^^

    Einen Kommentar schreiben:


  • Lyriksoldatin
    kommentierte s Antwort
    "Nihil verum, omnia licita" ist schönes Latein! Auch, wenn die Ellipsen von esse in zwei Numeri schon seltener ist.

  • Nachtmahr
    antwortet
    Hm. Ich glaub, so lang es derartig verzerrt ist, das man es als Laie nicht mehr als Latein erkennt, hätte ich kein Problem damit. Wie SaKi sagte, stör auch ich mich an sowas eher bei Sprachen, die ich selber verstehe, wie zB bei einem Film mit Uma Thurman. Ich zucke jedesmal zuverlässig und heftig zusammen, wenn die Stelle kommt und ärger mich über diesen Fehler.

    Einen Kommentar schreiben:


  • SaKi
    antwortet
    Mich stört Pseudolatein nicht wirklich. Aber das mag auch daran liegen, dass ich kein Latein kann. Klar, ein paar Brocken können wir alle, aber ob da jetzt irgendwelche Wörter wirklich richtig sind oder ob der Kasus stimmt … kein Plan. Ich lese auch viel zu wenig Fantasy, das in echten eigenen Welten angesiedelt ist, vielleicht stört mich das deshalb nicht so sehr.

    Was mich aber beispielsweise extrem stören würde, wäre verballhorntes Japanisch. Das verstehe ich ja zumindest zum Teil und traue mir zumindest zu, zu erkennen, ob die Struktur halbwegs stimmt und ob man beispielsweise solche Wörter aus den Silben bilden würde … Das würde ich total schlimm finden, wenn mir so was unterkäme. Weil ich dann halt die "Fehler" sehen würde und mich gruseln würde.

    Zu viele … hm, ich nenne es mal ungewöhnliche, nicht alltägliche Begriffe (z.B. der oben angesprochene Magus und sein arkanes Telescopio) vermiesen mir aber auch das Lesevergnügen, weil es sich für mich dann schnell so anfühlt, als hätte die Autorin/der Autor krampfhaft versucht, schlau und konform zu der Buchwelt klingen zu wollen. Aber hier und da was einstreuen, um mit kleinen Details zu punkten oder Zaubersprüche lateinisch anhauchen? Gern.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Alys II.
    antwortet
    Hm. So unterm Strich lese ich raus, dass das wohl keinen so arg stört wie mich. Danke für Euer Feedback.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Alys II.
    kommentierte s Antwort
    Peter Nachtmahr Assassine - stimmt, ist nicht Latein. Von mir schlecht gewähltes Beispiel deshalb. Bin wohl daran hängengeblieben, weil "Assassinen" für mich auch ein sehr spezifischer Begriff für eine irdische Gruppierung ist, deshalb mag ich solche Begriffe in Fantasy-Welten nicht.

  • In-Genius
    antwortet
    Ich kann's manchmal hassen -.- In gedruckten Büchern kommt mir das nicht so häufig vor, aber mehr weil ich Fantasy zwar mag aber sehr selektiv bin beim Lesen. Aber in Fanfictions ist mir das so oft untergekommen. Selbst wenn's unsere Welt ist, kann ich das manchmal hassen, weil es so klingt als wäre Latein die einzige Sprache in der Vergangenheit, auf die was gegeben wurde. Dem ist nicht so. Für eine lange Zeit war Griechisch die Prestigesprache im europäischen Raum. Ganz zu schweigen natürlich von den Möglichkeiten, das ganze außerhalb Europas anzusiedeln, wo Latein nun wirklich nicht die Mutter aller Dinge ist.
    Dass Latein die Sprache der Magie ist oft, hat für mich einen Renaissance-Charakter. Mit Mittelalter hat das für mich nicht viel zu tun, da Latein im Mittelalter unglaublich eng mit dem Christentum verbunden ist. Und Christentum hat für mich nix mit Magie zu tun. Im Gegenteil, die Kirche hat den Glauben in Talismane und Hexen und Magie usw lange Zeit als "Aberglauben" abgetan und sich wenig drum gekümmert. Sie mussten irgendwann nachgeben.

    Ich guck ja gern Supernatural und da kommt das auch oft vor, viele Sprüche und Lore sind in Latein geschrieben, weil "alt". Aber mit der Zeit und/oder wenn das Monster der Woche etwas ausgefallener ist, kommen auch andere Sprachen vor. Offensichtlich Enochian (okkulte "Engels"-Sprache von Dee/Kelly) kommt viel vor, mit dem ganzen Engelsgedöns in der Serie. Aber auch Japanisch und Babylonisch und Griechisch etc. Die tun ab und an so, als wäre nicht alles auf Latein, das ist ganz nett. Aber sie sind eben eine sehr "christlich-europäisch" geprägte Serie, also viel, viel Latein.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Lia Roger
    kommentierte s Antwort
    Dodo Auch wieder wahr. Aber so rein theoretisch, wenn ich's erkennen würde, dann würd's mich stören, und wenn ich's mir aussuchen könnte, dann hätte ich schon gern richtiges Latein oder etwas, was ganz klar eine Neuerfindung oder Parodie ist.

    Ich hoffe ja, dass "Nihil verum, omnia licita" zumindest richtig ist. Sonst würde ich mich ein Bisschen hintergangen fühlen. XD

  • SaKi
    kommentierte s Antwort
    Dodo Der Typ, der im Vereinsheim Schwabing immer diese kruden Sätze ins Lateinische übersetzt
Lädt...
X

Informationen zur Fehlersuche

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung